GRÂCE À DIEU DAS CHRISTENTUM IM FILM

Wie bringen Regisseurinnen und Filmemacher unserer Zeit das Reden vom Göttlichen ins Kino? Mit welchen Bildern illustrieren sie das Unsagbare? Wie verweisen sie auf biblische und/oder historische Figuren, um Sinn zu postulieren, wo zunächst bloss Erstaunen oder gar Angst und Schrecken sind? Welche Leerstellen plagen sie? Das Filmpodium Biel lädt Sie zu einer Reise in religiöse Vorstellungswelten ein und erkundet Christliches und weniger Christliches im Zyklus « GRÂCE À DIEU – DAS CHRISTENTUM IM FILM ».

 

Neu können jeweils schon am Donnerstagabend während des Zyklus thematische Filme gesehen werden.

 

Den Auftakt dazu macht der Film GOD EXISTS, HER NAME IS PETRUNYA, eine beissende Satire, die uns eine patriarchalische Gesellschaft vor Augen führt, gegen die Petrunya sich mit schierer Vernunft störrisch auflehnt.
Auch im Premieren-Film THE HARVESTERS über eine konservativ-religiös geprägte Region Südafrikas sind die höchsten gesellschaftlichen Werte Männlichkeit und Stärke. Doch der Jugendliche Janno entspricht diesem Idealbild überhaupt nicht.

 

Freuen dürfen wir uns ebenfalls auf spannenden Diskussionen. An jedem Dienstag werden die Filme mit einer Einführung um 19h00 und einem moderierten Gespräch nach dem Film begleitet.


Jean-Paul Käser präsentiert am ersten Dienstag, dem 4. Juni, LAZZARO FELICE - Fabel, Märchen und politisches Manifest in einem: Alice Rohrwacher erzählt von einem unscheinbaren Heiligen und verbindet meisterhaft Realismus mit volkstümlicher Magie.


Im zentralen Teil seiner Filmtrilogie zeichnet der preisgekrönte und skandalumwobene Regisseur Ulrich Seidl das Porträt einer gläubigen Katholikin und verknüpft Sex und Religion und zeigt tiefe Wahrheiten über unsere Sehnsüchte. PARADIES: GLAUBE wird von Brigitte Affolter am 11. Juni präsentiert.


Eine Woche später am 18. Juni stellt ebenfalls Brigitte Affolter den Film KREUZWEG vor. „Willst du nicht auch für Gott leben?“ In 14 Plansequenzen, muss sich Maria kurz vor ihrer Firmung entscheiden: für eine weltoffene Existenz – oder die Hingabe an Jesus.


Am 25. Juni stellt uns Eric Geiser OHNE DIESE WELT vor. In einer vergessenen Region im heissen Norden Argentiniens leben 2016 etwa 700 deutschstämmige Mennoniten wie im 18. Jahrhundert: das Leben einer leisen Gesellschaft zwischen Abschottung und Wandel.


Am letzten Dienstag des Zyklus, dem 2. Juli, lädt Katrin Rehmat den Regisseur Silvan Maximilian Hohl zum Gespräch seines Filmes. HABEMUS FEMINAS! zeigt das Unterwegssein einer grossen, vornehmlich aus Frauen bestehenden Pilgergruppe auf ihrem Weg nach Rom. Die in der katholischen Kirche noch immer tabuisierte Frauenfrage wird auf eine einmalige Weise thematisiert und mit eindrücklichen Bildern dargestellt, als Dokument der Sehnsucht nach einer lebendigen Kirche, die neue Formen des Glaubens sucht und weibliches Charisma als Bereicherung erkennt.